Berufsorientierung erleben – praxisnah, regional und direkt vor Ort.
Mit der Berufsorientierungstournee Oberhavel laden wir gemeinsam mit dem Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e. V. Lehrkräfte und Schulleitungen weiterführender Schulen unter dem Motto: „Von Packmitteltechnologe bis Chemielaborant – Oberhavel zeigt, was es kann.“ ein, die vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Region Oberhavel kennenzulernen.
Im Schuljahr 2026/27 haben Sie wieder die Möglichkeit 4 regionale Unternehmen kennenzulernen.
Erfahren Sie vor Ort:
Welche Berufe und dualen Studiengänge regionale Unternehmen anbieten.
Welche Erwartungen Betriebe an Auszubildende und Studierende stellen.
Wie Sie Ihre Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereiten können.
Welche Trends und Zukunftschancen sich in den Branchen der Region Oberhavel abzeichnen.
Wie entsteht eigentlich ein Werkzeug, mit dem sich millionenfach exakt gleiche Teile produzieren lassen? Dieser Frage gingen Lehrkräfte und Berufsberater aus Oberhavel am 11. März 2026 bei der Herkt Stanztechnologie GmbH in Zehdenick nach. Im Gewerbegebiet Karlshof öffnete das Unternehmen seine Türen und zeigte, was hinter dem Begriff Präzisionsfertigung steckt.
Beim Rundgang durch die Werkhallen wurde deutlich, wie genau hier gearbeitet wird. Das Unternehmen entwickelt und fertigt hochpräzise Stanz- und Sonderwerkzeuge, produziert Stanzteile und stellt per CNC-Bearbeitung individuelle Einzelstücke her. Die Besucherinnen und Besucher konnten dabei Schritt für Schritt nachvollziehen, wie aus einer Konstruktionsidee ein fertiges Werkzeug wird und welches technische Wissen dafür nötig ist.
Seit der Gründung im Jahr 2013 hat sich Herkt zu einem Partner der Industrie entwickelt, der gemeinsam mit seinen Kunden auch international Fertigungslösungen umsetzt, vom einzelnen Bauteil bis zur kompletten Produktionslinie. Der Standort liegt in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Auffällig war für die Gäste das Miteinander im Betrieb: ein familiär geprägtes Team mit kurzen Wegen, in dem Eigeninitiative gefragt ist.
Dieses Umfeld prägt auch die Ausbildung. Wer hier als Werkzeugmechaniker/in oder als Kaufmann/-frau für Büromanagement beginnt, übernimmt früh Verantwortung und lernt den Betrieb in seiner ganzen Breite kennen. Herkt legt dabei Wert auf eine gründliche fachliche Begleitung und ein Umfeld, in dem Auszubildende Fragen stellen und mitarbeiten können.
Für die Teilnehmenden war der Besuch ein gutes Beispiel dafür, dass anspruchsvolle Technik und Ausbildungsmöglichkeiten auch in der Region zu finden sind. Sie nahmen konkrete Eindrücke aus der Produktion mit und einen Überblick darüber, welche Perspektiven sie ihren Schülerinnen und Schülern in dieser Branche aufzeigen können.

Was steckt eigentlich in einem Karton? Mehr als man denkt, wie Lehrkräfte und Berufsberater aus Oberhavel am 12. Februar 2026 beim Besuch der Richard Klöde GmbH in Hennigsdorf feststellten. Das Unternehmen produziert seit über 70 Jahren Verpackungen aus Wellpappe, Vollpappe, Karton und Kunststoff und ist seit 2005 am Standort in Hennigsdorf ansässig.
Beim Rundgang durch die Produktion zeigte das Team von Klöde, wie vielfältig das Spektrum tatsächlich ist: von einfachen Transportkartons über Verkaufsverpackungen mit Digitaldruck bis hin zu maßgeschneiderten Innenverpackungen, die genau auf das jeweilige Produkt zugeschnitten sind. Dabei wurde deutlich, dass hinter jeder Verpackung eine ganze Menge Planung, Materialkunde und handwerkliches Können steckt. Das Unternehmen versteht sich ausdrücklich nicht nur als Hersteller, sondern auch als Logistikpartner seiner Kunden und liefert mit einer eigenen Fahrzeugflotte bundesweit aus.
Nachhaltigkeit spielt bei Klöde eine konkrete Rolle: Rund 80 Prozent des Rohmaterials basieren auf Altpapier, und anfallende Produktionsabfälle werden vollständig recycelt. Für Schülerinnen und Schüler, die sich für Umweltthemen interessieren, ist das ein interessanter Aspekt beim Einstieg in die Branche.
Vorgestellt wurden die Ausbildungsberufe Packmitteltechnologe/in, Maschinen- und Anlagenführer/in sowie Industriekaufmann/-frau. Das Unternehmen bietet dabei je nach Neigung einen eher technischen oder kaufmännischen Einstieg und begleitet Auszubildende in einem überschaubaren Betrieb mit direkten Ansprechpartnern.
Für die Teilnehmenden war der Besuch ein guter Anlass, eine Branche neu zu entdecken, die im Alltag zwar allgegenwärtig ist, aber selten im Fokus der Berufsorientierung steht.



Oranienburg, direkt vor den Toren Berlins: Hier hat die ORAFOL Europe GmbH ihren Stammsitz und produziert Folien und Materialien, die weltweit zu sehen sind, auf Flugzeugen, Verkehrsschildern, Autos und Sicherheitswesten. Dass hinter diesen alltäglichen Produkten ein Hightech-Unternehmen aus Brandenburg steckt, war für viele der teilnehmenden Lehrkräfte eine echte Überraschung.
Beim Besuch am 20. Januar 2026 bekamen die Gäste einen Einblick in die Produktion von selbstklebenden grafischen Folien, Industrieklebebändern und reflektierenden Materialien. Der Rundgang durch das Werk zeigte, wie breit das technische Spektrum ist: Chemie, Automatisierungstechnik, Mechatronik und Logistik greifen hier eng ineinander. Wer sich für Technik interessiert, findet bei ORAFOL eine Vielzahl an Arbeitsbereichen unter einem Dach.
ORAFOL gehört zu den größten Ausbildungsbetrieben in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Das Unternehmen nimmt bewusst nur eine überschaubare Zahl an Auszubildenden pro Jahr auf, um sie eng begleiten zu können. Noten allein spielen bei der Auswahl keine ausschlaggebende Rolle, gefragt sind vor allem Neugier und Teamfähigkeit.
Das Angebot an Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen ist vielfältig: Industriemechaniker/in, Mechatroniker/in, Maschinen- und Anlagenführer/in, Elektroniker/in für Automatisierungstechnik oder Betriebstechnik, Chemielaborant/in, Fachkraft für Lagerlogistik, Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandelsmanagement sowie ein duales Studium Elektrotechnik.
Für die Teilnehmenden war der Besuch eine gute Gelegenheit, sich ein realistisches Bild von einem der bekanntesten Arbeitgeber der Region zu machen und konkrete Eindrücke mitzunehmen, die sie an ihre Schülerinnen und Schüler weitergeben können.



Strom, Wärme, Wasser, Gas und Internet: All das kommt nicht von selbst aus der Leitung. Wer verlegt, wer baut, wer sorgt dafür, dass die Versorgung funktioniert? Genau das konnten Lehrkräfte und Berufsberater aus Oberhavel beim Auftakt der diesjährigen Berufsorientierungstournee am 19. November 2025 bei der MRA GmbH in Mühlenbeck herausfinden.
Das Unternehmen ist seit 1990 im Tief- und Rohrleitungsbau tätig und inzwischen in zweiter Generation familiengeführt. Vom Hauptsitz in Mühlenbeck bei Berlin aus arbeitet die MRA bundesweit, vor allem in der Region Berlin-Brandenburg. Rund 180 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Versorgungsnetze für Stadtwerke, Kommunen und Entsorgungsunternehmen gebaut, verlegt und instand gehalten werden. Was dabei auf den Baustellen passiert, ist weitaus vielfältiger als es von außen wirkt: Rohrleitungs- und Kabelleitungsbau, Anlagentechnik, Planung und Erschließung gehören ebenso zum Alltag wie der Einsatz moderner Baugeräte.
Beim Betriebsbesuch bekamen die Gäste einen konkreten Eindruck davon, was es bedeutet, in einer Branche zu arbeiten, die zur Grundversorgung der Gesellschaft beiträgt. Viele der Berufsbilder sind wenig bekannt, dabei bieten sie stabile Perspektiven und vielfältige Tätigkeiten im Freien wie im Büro.
Das Unternehmen bildet in folgenden Berufen und Studiengängen aus: Tiefbaufacharbeiter/in, Rohrleitungsbauer/in, Kanalbauer/in, Baugeräteführer/in, Anlagenmechaniker/in sowie Kaufleute für Büromanagement und ein duales Studium in der Fachrichtung Bauingenieurwesen. Bei der Auswahl zählen neben dem Schulabschluss vor allem körperliche Eignung für die gewerblichen Berufe und Zahlenverständnis für den kaufmännischen Bereich.
Für die Teilnehmenden war der Auftakt ein gelungener Einstieg in die diesjährige Tournee und ein guter Anlass, Berufe aus dem Bauwesen neu zu entdecken, die im Unterricht selten im Mittelpunkt stehen, im Alltag aber überall gefragt sind.


